Zum Kelim

#1 von Biggi , 09.09.2011 16:33

Die Kelimstickerei, die wir auf folgenden Bildern sehen, ist eine sehr gelungene Nachbildung der Sumakweberei.
Diese eigenartigee Weberei erklären wir Anhand der Schemazeichnung dieser Bilder.



Die senkrechten doppelten Linien sind die Kettfäden und die dunklen Linien die Schußfäden, die aus bunter Wolle oder Garnen bestehen.
Deutlich kann man verfolgen, wie man mit dem Schußfaden 4 Kettfäden umfaßt, dann wieder 4 Fäden übergeht usw.
Sind nach diesem Arbeitsgang alle Kettfäden verbraucht, folgt ein Schuß in Leinenbindung mit dem Fadenmaterial der Kettfäden (siehe querlaufende Doppellinie).
Bei der Kelimstickerei wird durch entgegengesetzt liegende Schrägstichreihen die Zopfartige Wirkung erreicht.
Als Grundstoff verwendet man groben Aidastoff und kann als Stickfaden Wolle oder Baumwolle verwenden.
Auf jeden Fall empfehlen wir, vor Beginn der Arbeit mit dem ausgesuchen Material eine Probe zu sticken, denn das Fadenmaterial muß so stark sein, daß bei der bestickten Fläche kein Grundstoff sichtbar ist.
Diese Arbeiten werden ebenfalls nach Zählmuster hergestellt.
Jedes Kästchen des Grundes bedeuet 1 Gewebekaro in Höhe und Breite.
In dieses Quadratnetz werden die Musterformen durch schrägliegende Zeichen eingezeichent.
Jeder Strich ist gleich 1 Kelimstich.
Man stickt in auf und absteigenden Reihen die schrägen Stiche und erhält durch das Ineinadnergreifen der Stiche die dichte Flächenwirkung, wie

(a)
auf der obenstehenden Zeiichnung zeigt.
Jeder Stich greift rechtsseitig über 2 Gewebekaros in der Höhe und 1 Gewebekaro in der Breite und linksseitig über 1 Gwebekaro zurück (siehe den Arbeitsgang bei "a" einer aufsteigenden Linie, wo die Stiche von links unten nach rechts oben greifen).
Bei

(b)
zeigen wir eine absteigende Stichreihe.
Die Stiche greifen von links oben nach rechts unten, und

(c)
zeigt den Übergang von einer absteigenden zu einer aufsteigenden Linie.
Wie deutlich zu erkennen ist, geht dafür der Arbeitsfaden linksseitig waagerecht über 2 Gewebeknoten und kommt beim 2. Loch heraus, von wo aus die aufsteigendeLinie beginnt.
Bei dem Kelimmustern sind meistens die Musterformen umrandet, uns so stickt man auch zuerst die Umrandungen in den angegebeneb Farben.
Dafür zeigen wir auf der selben Zeichnung das Arbeiten einer geraden

(d)
und einer ab- und aufsteigenden schrägen Reihe (e).

Auch bei diesen Stichfolgen müssen rechtsseitig die gleichlangen und linksseitig die gleichkurzen Stiche liegen, genau wie bei einer dicht gestickten Fläche.



Das obere Bild zeigt die Rückseite und gleichzeitig wie die Anfänge und Enden der Arbeitsfäden der fertigen Stickerei eingezogen werden.
Zählmuster und Bild oben zeigen die Umrandung für 2 kleine Formen.
Darauf kann man erstens die einzelnen Stiche, wie sie zueinander stehen, erkennen und gleichzeitig wollen wir zeigen, daß bei einer geraden Stichanzahl in der Mitte

(siehe + auf g)
die beiden Hälften die gleichlaufende Stiche haben, hingegen bei einer ungeraden Zahl in der Mitte

(siehe + auf f)
die beiden Stiche verschieden laufen.
In solchen Fällen muß beim Ausführen der Stickerei besonders Obacht gegeben werden.
Beim Bild rechts oben haben wir die Umrandung nach dem Zählmuster

(f)
zweimal gestickt, und man sieht, wie bei der 2. Form die Fläche innerhalb der Umrandung mit einer anderen Farbe in ab- und aufsteigenden Reihen gestickt wird.

Nun bin ich fertig....das war ja wieder lang :trinken:


Quelle:
"Kreuzstich"
aus dem Verlag für die Frau
Handarbeitstechnik Band 8

Biggi  
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